1. Artikel: die Sehnsucht hinter der Sehnsucht

Veröffentlicht am 21. Dezember 2025 um 08:02

✨ Die Sehnsucht hinter der Sehnsucht

Es beginnt selten mit dem Rausch.

Es beginnt mit einem kleinen Hunger, der sich nicht zeigen darf.

Ein Schatten unter dem Brustbein, ein kaum hörbarer Ruf:

„Sieh mich an.“

 

Doch wir sehen nicht hin.

Wir lernen früh, dass manche Gefühle zu groß sind,

manche Träume zu kühn,

manche Wunden zu laut.

 

Und so greifen wir irgendwann zu irgendetwas,

das schneller tröstet als ein menschliches Wort.

Alkohol.

Scrollen.

Arbeit.

Liebe, die eigentlich Flucht ist.

 

Die Welt nennt das Sucht.

Aber wenn man tiefer hört – dorthin, wo das Herz im Untergrund noch flüstert –

dann klingt es anders:

„Da fehlt etwas. Ich brauche dich.“

 

Sucht ist oft nichts weiter als ein verkleideter Versuch,

die eigene Sehnsucht zu beruhigen.

 

Die Sehnsucht nach Ruhe.

Nach Berührung.

Nach dem Gefühl, endlich anzukommen – irgendwo,

irgendwie,

vielleicht auch nur für einen Moment.

 

Und genau hier liegt die stille Weisheit:

Wer sucht, hat bereits gespürt, dass das Leben mehr ist

als das, was die Oberfläche erlaubt.

 

Vielleicht sind die Suchenden die Mutigen.

Die, die sich in die Tiefe verirrt haben,

weil sie ahnten, dass dort Antwort sein könnte.

 

Wenn wir beginnen, nicht gegen den Rausch zu kämpfen,

sondern den Hunger zu verstehen,

wird Veränderung möglich.

Nicht abrupt.

Nicht makellos.

Sondern menschlich.

 

Die Heilung beginnt oft an dem Moment,

an dem wir uns erlauben zu fragen:

 

„Was habe ich vermisst, als ich nach dem Rausch griff?“

 

Und manchmal – in einer stillen Minute,

irgendwo zwischen Ausatmen und Hoffnung –

antwortet das Leben leise:

 

💛 „Dich.“ 💛

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